Die Route des Grands Crus führt von Dijon nach Santenay, rund sechzig Kilometer — und Beaune liegt genau in der Mitte. Das ist ein seltener Vorteil: Sie können nach Norden oder nach Süden aufbrechen und abends dennoch zum Essen zurück sein. Hier lesen Sie, wie Sie die Strecke angehen, je nach verfügbarer Zeit.
Die Côte verstehen, bevor Sie losfahren
Die Côte-d’Or ist ein langer Rücken ost-südöstlich ausgerichteter Hänge und teilt sich in zwei Hälften. Nördlich von Beaune liegt die Côte de Nuits, das Reich des Pinot Noir — Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée, Nuits-Saint-Georges. Südlich liegt die Côte de Beaune, wo der Chardonnay seine größten Weißweine hervorbringt — Meursault, Puligny-Montrachet, Chassagne-Montrachet —, ohne auf die Rotweine von Pommard und Volnay zu verzichten.
Einzigartig macht diesen Ort die Idee der Climats: abgegrenzte, manchmal winzige Parzellen, deren Grenzen teils ins Mittelalter zurückreichen und die jeweils einen anderen Wein ergeben. Seit 2015 gehören sie zum UNESCO-Welterbe. Eine Trockenmauer kann zwei Weine trennen, die weder denselben Namen noch denselben Preis noch denselben Geschmack haben.
Ein halber Tag: die Südschleife
Die schönste, wenn Sie nur eine fahren. Verlassen Sie Beaune über Pommard, weiter nach Volnay — halten Sie an der Kirche, der Blick über die Ebene ist großartig —, dann Meursault mit seinem Platz, Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet, bevor es hinunter nach Santenay geht. Rund 25 Kilometer, zwei Stunden ohne Halt, ein halber Tag mit einer Verkostung und einem Kaffee.
Ein ganzer Tag: nach Norden
Nehmen Sie die Straße Richtung Savigny-lès-Beaune, dann Aloxe-Corton mit seiner bewaldeten Hügelkuppe — der Corton, einer der wenigen roten Grands Crus der Côte de Beaune. Weiter nach Nuits-Saint-Georges und Vosne-Romanée, wo ein schlichtes Steinkreuz mitten in den Reben die Romanée-Conti markiert, dann Schloss Clos de Vougeot und Gevrey-Chambertin. Am späten Nachmittag erreichen Sie Dijon.
Ohne Auto: mit dem Rad
Die Voie des Vignes führt von Beaune nach Santenay auf einem nahezu flachen Weg abseits des Verkehrs. Es ist die angenehmste Art, die Climats zu durchqueren — und die vernünftigste, wenn Sie verkosten wollen. Unsere beiden ausgearbeiteten Routen finden Sie hier.
Fünf Regeln für gutes Verkosten
- Vereinbaren Sie einen Termin. Familienweingüter empfangen niemanden, der einfach die Tür aufdrückt. Eine Nachricht am Vortag genügt meist — und der Empfang ist ein völlig anderer.
- Zwei Weingüter pro Tag, nicht fünf. Ein ernsthafter Besuch dauert eine Stunde. Ab dem dritten verkostet man nicht mehr, man schluckt.
- Bestimmen Sie einen Fahrer. Das ist keine Höflichkeitsfloskel: Auf der Route des Grands Crus wird kontrolliert.
- Meiden Sie die Lesezeit, wenn Sie die Winzer treffen wollen. Ende August und im September stehen sie im Weinberg.
- Kaufen Sie vor Ort, was Sie zu Hause nicht finden. Die großen Namen gibt es überall; die kleinen Appellationen — Saint-Romain, Auxey-Duresses, Monthelie — findet man fast nur beim Winzer, und sie bieten das beste Verhältnis von Genuss und Preis der ganzen Côte.
Sanfter Einstieg
Wenn Ihnen von den Appellationen schwindelt, beginnen Sie mit der Cité des Climats et Vins de Bourgogne in Beaune selbst. Eine Stunde dort, und die Karte der Côte wird lesbar — der Rest des Aufenthalts profitiert davon.
Wir kennen die Winzer hier und vereinbaren Ihre Termine gern gemeinsam mit Ihnen. Sagen Sie uns, was Sie gern trinken, und wir wissen, wohin. Für den Rest der Reise: unser Beaune-Guide.



